20/20 Vision: Allerwerteste Glückwünsche
drehpunktkultur, 19.06.2015 von Christoph Pichler

Mit „20/20 Vision oder on-break-on“ ermöglicht Choreograf Yuri Korec dem Publikum einen Blick hinter die Kulissen und auf den Probenprozess der Kompanie. Ob nun am Küchentisch diskutiert wird, Anekdoten ausgetauscht oder komplizierte choreografische Anweisungen erteilt werden. Wir sind live dabei und bekommen zwischendurch auch noch kurze Auszüge vergangener Produktionen präsentiert.
Die Idee, doch lieber das zu zeigen, was bislang nicht bei cieLaroque zu sehen war, sorgt dann für minutenlangen Wahnsinn auf der Bühne. Noch ausgelassener wird die Stimmung allerdings, als die Tänzer zum Finale der Aufführung plötzlich blankziehen und mit ihren Allerwertesten „Happy Birthday“ buchstabieren. Zur Beruhigung schwacher Gemüter ging das Stück sofort in eine Party über. Den Sangria für die Nerven hatten Helena Arenbergerova, Viviana Escalé, Honza Malik, Vlado Soltys, Luan de Lima da Silva, Patrik Kelemen und Kanako Minami ja bereits während der Aufführung vor aller Augen zubereitet.
http://www.drehpunktkultur.at/index.php/auf-den-buehnen/musiktheater-tanz/8598-allerwerteste-glueckwuensche

 

Playtime

Nachdem der Eröffnungsabend sehr unterschiedliche Performances gezeigt hatte, wusste ich nicht was mich am 7. Oktober in der ARGEkultur bei PLAYTIME erwarten würde. Um 60 Minuten Zeit zu kaufen, mussten wir zu Beginn der Vorstellung unsere Uhren und Handys abgeben. Es folgte eine überaus vergnügliche, kurzweilige Stunde mit großartigem Tanz zum Thema Rastlosigkeit unserer Zeit. Mit soviel Humor serviert erweist sich Gesellschaftskritik als pures Vergnügen. cieLaroque/helene weinzierl beherrschen nicht nur die Verbindung mit Tanz, Text und Schauspiel, sie schaffen es stets, das Publikum gekonnt zu involvieren.

Dorfzeitung, 9.10.2014 Elisabeth Pichler
http://dorfzeitung.com/archives/29129

..können sich die beteiligten Zuschauer in Helene Weinzierls „Play Time“ erstmal in ihren Stuhl auf der Bühne zurücklehnen. Denn performen müssen in dem als Computerspiel aufgebauten Stück zunächst nur die vier Tänzer. Dabei dreht sich alles um das Warten und um die Zwangspause oder auch genussvolle, freie Stunde, die einem das Stück als Zuschauer bereitet. Und so werden jedem erstmal alle Zeitmesser abgenommen, und in Plastiktüten verstaut am Bühnenrand deponiert. […] Die Zeit zerrinnt einem zwischen den Fingern, man ist zum Warten gezwungen und am Nichtstun gehindert. Denn zwischen den Levels klingelt das Telefon und ruft damit die Zuschauer auf, einen der Plätze auf der Bühne einzunehmen. Nur die aktive Teilnahme treibt die Performance voran und endet mit einem Showdown zwischen den vier partizipierenden Zuschauern, die mit Wasserpistole und einer Reise nach Jerusalem um den ersten Platz im Spiel kämpfen.

Tanznetz.de, 17.10.2014, von Miriam Althammer
http://www.tanznetz.de/blog/26660/die-freuden-des-nichts

 

num_bers a trilogy
30 1 30 1 IS IT ME

NEUE – Kultur, 25.07. 2013
Agaia Maria Mika
Sekt im Pool und zeitgenössischer Tanz
Herausragend war sicherlich „Is it me?“ von cieLaroque/helene weinzierl in Kooperation mit Yuri Korec, dessen Tanz durch Mut und Sympathie überzeugte. Mit teils linkischem, teils akrobatischem Bewegungsmaterial führte er seine Zuschauer emotional von innerer Heiterkeit in beklemmende Rastlosigkeit. Als hätte man ihn ob seiner Authentizität nicht schon lieb gewonnen, verteilte er als Abschluss seines Tanzes unterm Publikum Sekt – zu viel des Guten, zumal er selbst mittrank?

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num_bers a trilogy
30 1 30 1 IS IT ME

Vorarlberger Nachrichten, 25.07.2013
Tanja Güfel
Offene Bühne für Offene Meinung
CieLaroque/helene weinzierl in Kooperation mit Yuri Korec aus Salzburg beispielsweise, ging eher humorvoll der Frage nach dem eigenen Ich nach und brachte das Publikum mit seinen ausgefallenen Bewegungen zum Schmunzeln.
„Ich glaube, du hast gerade ein neues Tanz-Genre erfunden, denn so etwas habe ich noch nie gesehen. Ich bin begeistert,“ war nur eine der Publikumsmeinungen zu Yuri Korec’s Performance.

democrazy how to peel an onion without crying
Wer in die Zwiebel beißt, kommt dabei nicht um.
Der Hauptact am Premierenabend, Dienstag, in der ARGEkultur, kreiste um die Zwiebel. Man kann sie häuten, Schicht um Schicht, aber sie hat keinen Kern. Dafür treibt sie meistens schon beim Schälen die Tränen in die Augen. Heldenhaft, wie die vier Akteure von Helene Weinzierls „cieLaroque“ an einem Punkt der einstündigen Performance ihre Zwiebeln auch aufgegessen (und dabei viel geredet) haben.
Inhaltlich geht es unter dem doppelsinnigen Titel „Democrazy“ (auch) darum, wie man beim Zwiebelschälen am besten am wenigsten zum Weinen kommt. Helene Weinzierls immer leicht subversiver Witz lockert dabei schwere Probleme auf, ohne sie lösen zu wollen: Wer trifft wann welche Entscheidungen? Was ist Identität? Sind wir frei genug, aus allem grenzenlos Verfügbaren eine richtige Entscheidung zu treffen? Wie steuert uns, gegenläufig, der Zufall? Wie anfällig sind demokratische Prozesse für Manipulation, Käuflichkeit, Suggestion, Unterdrückung?
Die vier Performer führen den Diskurs locker und entspannt, bauen Elemente des Mitmachtheaters ein, tanzen in kleinen Sequenzen sowohl den Gleichschritt als auch den Ausbruch. Am Ende kommt eine tragische, sozusagen persönliche Note ins Spiel. Weinzierl jongliert gern mit Ambivalenzen. Eine solche „Demo“ ist letztlich ziemlich „crazy“.
von KARL HARB SALZBURG (SN, 18.10.2012)

democrazy how to peel an onion without crying
Das tanz house festival 2012 wurde am 16. Oktober mit der Premiere eines Tanztheaters von der Companie cieLaroque/helene weinzierl in der ARGEkultur eröffnet. Die Truppe ist bekannt für ihre gesellschaftskritischen, politischen Stücke, die stets mit viel Humor serviert werden.
Die Performance mit dem Titel „Demokratie – wie man eine Zwiebel schält, ohne dabei zu weinen“ kreist um den Themenkomplex der Entscheidungsfreiheit. Schon am Eingang wurde man nach Alter, akademischem Titel, Staatszugehörigkeit usw. befragt und in unterschiedliche Gruppen eingeteilt.
Da es zu wenig Ausländer gab, landete ich bei den Immigranten und musste ein sehr eigenwilliges Formular ausfüllen. Als letzten Punkt sollte man angeben, ob man bereit wäre, eine rohe Zwiebel zu verzehren, um dadurch in den Besitz einer vollen Staatsbürgerschaft mit all ihren Rechten zu gelangen. Jede Gruppe folgte einem Führer mit Fähnchen in den Saal und musste in einem eigens abgegrenzten Territorium Platz nehmen, so viel zur Entscheidungsfreiheit.
Wir armen Immigranten waren die Letzten und wurden hinter einer Absperrung verfrachtet, ganz hinten im Saal. Dann begannen die vier Protagonisten, um die Aufmerksamkeit ihrer jeweiligen Gruppe zu kämpfen. Während die Akademiker mit weichen Sitzpolstern verwöhnt wurden, gab es für andere Mozartkugeln. Die jüngsten Besucher übten Jubelparolen ein.
Es wurde uns so ziemlich alles versprochen: Sicherheit, Friede, Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Unterstützung, wo immer wir sie bräuchten. Untereinander waren die vier nicht so friedlich gestimmt, sie versuchten sich gegenseitig auszutricksen, sogar um die Zwiebeln wurde gestritten. Um unsere Aufmerksamkeit zu erlangen, waren ihnen alle Mittel recht. Sie verzehrten mit Tränen in den Augen rohe Zwiebeln und zogen sich nackt aus, denn das scheint beim Publikum seine Wirkung nie zu verfehlen. Zu guter Letzt wurden sie auf die armen Immigranten aufmerksam und buhlten auch um deren Gunst, jetzt gab es auch hier Mozartkugeln und Schnaps.
CieLaroque und Helene Weinzierl beherrschen die Verbindung von Tanz, Text und Schauspiel perfekt. Das einstündige Gesamtkunstwerk ist sozialkritisch und involviert das Publikum gekonnt. Ein äußerst gelungener Auftakt des tanz house festivals 2012. 19. Oktober 2012 | von Elisabeth Pichler /Dorfzeitung

ESNES.N.ON2

»Supplements» Metrolife
Das Streben nach besseren Verständnis
DHNS, 4. Februar 2013

Eine andere Perspektive

Es gibt so viel, was man durch die Sprache des Tanzes sagen kann, und bei der letzten Aufführung auf der "Attakkalari India Biennial 2013" erkannte man, dass zeitgenössischer Tanz auch einen Sinn für Humor haben kann.

'Esnes.N.ON 2', ein Tanz-Drama über Unsinn, konzipiert und choreographiert von Helene Weinzierl wurde bei Alliance Francaise gezeigt.

Das Stück zeigte eine leichtere Seite des Tanzes und hinterließ gleichzeitig einen bleibenden Eindruck beim Publikum. Das Stück verfolgt die verrückten Handlungen der drei Personen: ein deutscher Lehrer, ein yogaliebender amerikanischer Mann und eine russische Frau, die sich in Indien verirrt hat.

Alle drei treffen sich zufällig an einer indischen Bushaltestelle. Sie versuchen, aus ihrem eigenen Leben zu fliehen und sind auf der Suche nach neuem Sinn. Am Ende aber, landen sie in einem Labyrinth von Unsinn.

Das Stück präsentiert eine westliche Sichtweise Indiens. Es zwingt den Betrachter, festzustellen, dass man versucht, oberflächlich einen Sinn in der Welt zu ergründen, sich in Wirklichkeit aber überhaupt nichts sicher ist.

Das interessante Spiel von Bewegungen nahm den Betrachter selbst mit auf eine Reise und zeigte, wie die drei Charaktere mit den Situationen umgehen.

Als der Erzähler bekannt gibt, dass eine/r von ihnen ein Mörder sei nimmt die Geschichte eine interessante Wendung. "In Österreich haben wir diese angeborene Gewohnheit, überall Sinn und Nutzen zu sehen. Vielleicht hat Helene aus diesem Grund versucht, genau das Gegenteil zu tun", sagt Viviana Escalé, einer der Tänzerinnen.

Die Fahrt mit dem Bus und der kabarett-artige Tanz in den Zwischenstücken ließ das Publikum gespaltet. Die meisten der Sequenzen waren imaginär und inspiriert von den Erfahrungen der Choreografin während ihrer Besuche in Indien. Doch keiner der Tänzer war bisher in Indien gewesen.

"Bisher haben wir nur die Vision der Choreographin durchführen können. Aber jetzt sind wir hier und sehen wie das Leben hier ist. Ich bin mir sicher, dass es eine Wirkung auf die Wahrnehmung eines Landes hat. Ich weiß allerdings nicht, wie weit es unsere Darbietung ändert, da wir gerne zeigen wollen, wie Westliche nach Indien kommen und das Land nur oberflächlich verstehen. Die Charaktere neigen dazu, im Inneren und Äußeren blind zu sein", sagt Vladislav Soltys, ein weiterer Tänzer.
Pankuhi, ein Zuschauer fasst zusammen: "Das Thema ist eigentlich sehr universell, weil wir als Reisende neue Menschen treffen. Wir werden verletzlich in unserer Umgebung. Auf diese Art und Weise kann sich jeder auf dieses Motiv beziehen.“

 

Börsentief, Rinderwahn und die Callas
Spitzen-Nonsense mit der Compagnie Laroque beim Fringe-Festival im Kuppelzelt

von Ina Retkowitz

Wenn Unsinn Methode hat, dann das verdammt unterhaltsam sein. Das beweist die Companie Laroque, die ihr Tanztheater ESNES.N.ON2 im Fringe-Kuppelzelt gerade zum besten gibt! Tipp: den Titel rückwärts lesen!
Uns so beginnt der NOnsens: Vor etwas altmodischer Kulisse im schwarz-weißem Filmstreifen stellt eine Stimme aus dem aOff drei Touristen vor, die zufällig in einem indischen Linienbus aufeinandertreffen. Da ist der deutsche Lehrer Helmut Fritz, der mit Yogamatte und gut gefülltem Rucksack samt Hocker und Zweithocker, Regenschirm und Laptop, eigenem Zelt und Fliegenklatsche unterwegs ist. Da ist der Amerikan Jonny Feelgood, der sich die Schuld am Tod seines Bruders gibt und da ist die russische Sängerin Katharina, die sich eigentlich auf dem Weg zu einem Konzert in Dubai wähnt und nun, plötzlich in Indien gelandet, halb durchdreht. Was nicht zuletzt an den Transportbedingungen liegt: Im überfüllten, stickigen Bus versetzen der Straßenlärm und das stampfende Holpern des alten Autobusses gepaart mit indischer Bollywood-Filmmusik die drei fast in Trance. Durchbrochen nur von unzähligen harten Bremsmanövern, die die Protagonisten ständig aufeinander stürzen lassen. herrlich, wie die österreichische Choreographin Helene Weinzierl, Gründerin der Compagnie Laroque, daraus ein urkomisches Tanztheater mit Krimiambitionen strickt: Die Enge, die Hitze und das Gerumpel im indischen Verkehrschaos sind förmlich greifbar. Wunderbar wie das Trio im strömenden Regen vergeblich auf einen Anschlussbus wartet, sich gegenseitig an die Gurgel geht, gleichzeitig aber auch zusammengeschweißt wird und lauter Unsinn austauscht. Da hilft nur ein ordentlicher Joint in Helmuts Nichtraucherzelt, um der Moskitoplage Einhalt zu gebieten und Über Börsentiefs, Rinderwahn und Callás zu philosophieren. Ganz ohne - englischen - Wortwechsel kommt das Stück aber nicht aus. Das Geschehen auf der Bühne ist so aberwitzig, dass man die Suche nach dem Mörder - eine Aufgabe, die den Zuschauern zu Beginn gestellt wird - beinahe vergisst. Kleine Abstimmungshilfe aus dem Off: "Wer für Kandidat 1 ist, hebe die Hand. Wer für Kandidat 2 ist erhebe sich vom Sitz. Wer für Kandidat 3 ist bleibe sitzen." Tja wenn uns der Sinn nach Unsinn steht, kommt schon mal ein "Lasst uns die Banken beschenken und die Bildung versenken" über die Lippen.

Recklinghäuser Zeitung / Kultur - 31.05.2012, Stadtanzeiger, 31.05.2012

 

ESNES.N.ON2

Im Rahmen des tanz_house Herbsts 2011 fand am 11.10.2011 in der ARGEkultur Salzburg die Premiere der neuen Tanzperformance von Helene Weinzierl in Kooperation mit Anna MacRae statt. Dreht man den geheimnisvollen Titel um, so ist die Thematik des Abends klar zu erkennen. Die Suche nach diesem „UnSinn“ macht richtig Spaß.
Eine Stimme aus dem Off stellt uns die drei Touristen vor, die zufällig auf einem indischen Busbahnhof zusammentreffen. Helmut, ein Deutscher, unterwegs mit Yogamatte und Klappsessel, Jonny, ein Amerikaner, und Katharina, eine russische Sängerin. Die Anreise im überfüllten und überhitzten Bus ist schweißtreibend. Die Geräuschkulisse – Straßenlärm und das stampfende Holpern eines alten Autobusses – versetzt die drei Reisenden fast in Trance.
Die zahlreichen Bremsmanöver rütteln sie immer wieder kräftig durcheinander, sie stürzen über- und aufeinander, ein ständiger Kampf um den einzigen Sitzplatz. Als die drei verschwitzt und durchgerüttelt endlich am Ziel angelangt sind, stellt Katharina fest, dass sie sich eindeutig am falschen Ort befindet, denn hier ist sicherlich nicht Dubai. Was wird nun aus ihrem Konzert? Eine Alternative ist ein Campingurlaub mit den Mitreisenden. Doch ist auf das Wetter auch in Indien kein Verlass, es stürmt, es regnet und die Mücken sind eine Plage.
Das irrwitzige Geschehen auf der Bühne ist so amüsant, dass man die Suche nach dem Mörder – eine Aufgabe, die dem Publikum zu Beginn der Performance gestellt wurde – beinahe vergisst. Wer ist nun wirklich der Mörder? Die Abstimmung fällt eindeutig aus. „Wer für Kandidat 1 ist, hebe die Hand. Wer für Kandidat 2 ist, erhebe sich von seinem Sitz. Wer für Kandidat 3 ist, bleibe sitzen.“ In dieser Tanzperformance von Helene Weinzierl und Anna MacRae ist man nicht versucht, nach dem tieferen Sinn zu suchen. Wenn Unsinn Methode hat, kann das sehr unterhaltsam sein. „esnes.n.on2“ – die Suche nach UnSinn und die zufällige Bekanntschaft mit einem Mörder.

2 - 14. Oktober 2011 | Von EPichler | Dorfzeitung

 

Wer hat die Kokosnuss geklaut?
TANZHOUSE / CIE LAROQUE / ESNES.N.ON2
12/10/11 Keine Ahnung. Wahrscheinlich Fritz. Wie es ausschaut, hat er als Ritter von der Kokosnuss diese erobert - mit Yogamatte und Regenschirm - und auch noch Johnny und Katarina ermordet. Warum? Wie gesagt: Keine Ahnung. Es war aber echt lustig.

Von Heidemarie Klabacher

Getroffen haben sich die drei in einem Bus in Indien, zwischen in und um Mumbai. Opernsängerin Katarina wähnt sich freilich in Dubai und manches kommt ihr langsam seltsam vor.

Zunächst also drei schwitzende Touristen in einem unklimatisierten, überfüllten, rüttelnden indischen Linienbus, umgeben von ebenso schwitzenden Indern mit Hühnersteigen. Vollbremsung. Der eine fällt vom Notsitz, die anderen beiden stürzen sich darauf. Die Unterlegenen unternehmen alles, um beim nächsten gröberen Rumpler den Siegreichen vom Thron zu stürzen. Es rüttelt und rumpelt, und laut - und heiß - ist es auch.

Diese ebenso absurden wie farbkräftigen Bilder erwecken auf leerer Bühne drei Tänzer, die in einem sonnengelben Licht-Viereck auf dem Boden stehen, einen Arm nach oben strecken und auf einen Takt - den der Rumpelbus vorgibt - in die Knie gehen. Und manchmal eben vom Hocker fallen. Dazu gibt es wohl eine klangvolle Geräuschkulisse, aufgenommen vielleicht sogar am Originalschauplatz. Dennoch sind allein schon die Bildkraft der Szenen und die Aussagekraft der scheinbar so simplen Bewegungen der drei Darsteller enorm.

Die Geschichte kommt nicht ganz ohne Text aus: Sparsam eingesetzte und knappe Dialoge kommen leicht hallig via Lautsprecher. Das bringt einen Verfremdungs-Effekt mit sich und verhindert - klugerweise - dass Nicht-Schauspieler auf offener Bühne sprechen müssen.

Die drei Unbekannten jedenfalls lernen sich auf der unbequemen Reise dann doch irgendwann kennen, freunden sich an, kommen einander näher, übernachten sogar gemeinsam im Zelt (Fritz hat es im Rucksack, wie auch Hocker und Zweithocker, Regenschirm, Regenmantel, Laptop - sehr verdächtig, fünf Paar Schuhe und Fliegenklatsche).

Sie haschen auch fröhlich: Dies sei ein Nichtraucherzelt, hört man zwar Fritz protestierend aus dem Durcheinander der Schatten an der Zeltwand, aber es hilft ihm nichts. Man ist ja in Indien. Dann erzählen sie sich traurige Geschichten aus Kindertagen und am Ende sind zwei von ihnen tot. Vermutlich. Fritz jedenfalls hat die Kokosnuss. Fritz ist ein Yoga-Freak. Wenn die Moskitos kommen - man merkt das ganz genau an der hektischer werdenden Bewegung, im Zelt - versucht er es mit Versenkung. Wie er sich dann - aus seiner „Inneren Mitte“ heraus - mit dem Fliegenpracker auf die Gelse stürzt, ist eines Buster Keaton würdig.

„esnes.n.on2“ heißt das Stück von cieLaroque, das Helene Weinzierl zusammen mit Anna MacRae inszeniert und choreographiert hat. Ein Tipp. Den Titel von hinten nach vorne lesen. Der pure Unsinn also, zum Quadrat, und noch dazu urkomisch. Einen Sinn oder die Meta-Ebene oder gesellschaftspolitische Relevanz herausdestillieren, freut jetzt nicht. Es war brillant und komisch. Das darf auch einmal genug sein. Die Darsteller, die ebenfalls an Idee, Konzept und Choreographie beteiligt waren: Yuri Korec, Viviana Escalé und Vladislav Soltys. Applaus noch mal! (www.drehpunktkultur.at, 13.10.2011)

 

audiance feedback, 2011, Birmingham, THINK FISH part I

-Beautiful work. Please put me on your mail list.
-Dance performance was a light relief from previous show – engaging, funny and surprisingly easy to get involved.
-The first movement/dance based piece I have really enjoyed. Being funny definitely helped!
-Nice sense of humour, some lovely moments but didn´t go anywhere.
-You like it, sincerely also if great body, especially him.
-Close second and excellent.
-Ok, fun, nice to see something abstract.
-Great energy.
-A very charismatic and technically brilliant and original performance with many funny moments and audience participation.
-The fishy dance piece was my favourite.
-Enjoyable finale, not an abstract as I thought it would be.
-I want to know where the fish came from! Funny.
-Sweet, felt the connection was sweet but not really connected to the piece and therefore felt a bit cheap.
-No idea what it was about but found it very captivating.
-Abstract and funny. I quite like things like this. Gentle and enjoyable.
-Very good, witty, charming - great movement. Shame about me jumping CD player. Great show.
-Fun-good show-good audience interaction.
-Enjoyable, interactive that happens to balance!!! Loved it!!!!
-Brilliant

THINK FISH

Modernes Tanztheater ist oftmals sehr abstrakt und nicht immer leicht zu verstehen. Doch diesmal kam alles ganz anders. Eine Tänzerin mit Mikrofon betrat die Bühne und stellte sich als Reisebegleiterin vor, um uns den Einstieg in die Geschichte zu erleichtern. Wir sollten die Augen schließen, von weißem tropischem Strand und Palmen träumen, uns dann als kleine Fische ins türkise Meer stürzen und weit hinaus bis zu den Korallenriffen schwimmen. Leider lauerte dort ein Hai, nein, es war zum Glück nur ein Mann, der gelangweilt auf der Bühne herum saß. Doch damit war jetzt Schluss. Die muntere Dame lockt ihn schnell aus der Reserve. Wir dürfen ihre diversen Annäherungsversuche miterleben und einen romantischen Kuss, der unseren Freund in Ekstase versetzt. Leicht hat er es jedoch nicht, denn so sehr er sich auch bemüht, die Frau hat ihn fest im Griff und ist nicht leicht zufriedenzustellen. Schließlich schleppt sie ihn in ein Fischrestaurant. Dort sitzen sie nun bei „Fish and Chips“ und reden ständig aneinander vorbei. Während sie mehr Sex einfordert (der letzte war vor ungefähr zwei Jahren), findet er sie nur hysterisch. Für Ablenkung sorgen jedoch drei Wesen, die wie auf Wellen hereinschwappen. Sind es Fische in einem Aquarium, die nur darauf warten, als nächste verzehrt zu werden? Diese drei nehmen zunehmend menschliche Züge, ja sie beschweren sich schließlich so heftig, dass unserem Ehepaar nichts anderes übrig bleibt, als sich bei ihnen zu entschuldigen, der Appetit auf Fisch ist ihnen gründlich vergangen.
Es ist eine liebenswert verrückte Geschichte, in der berührende, romantische Momente sich mit ekstatischen Szenen abwechseln. CieLaroque/Helene Weinzierl ist mit dieser Performance über einen Ignoranten, seine Frau und drei Fische im Aquarium eine bissige Beziehungsstory gelungen, die das Publikum bestens unterhielt und begeisterte.

25. Oktober 2010 ARGEkultur, Salzburg | Von E. Pichler | Dorfzeitung

Es ist eine liebenswert verrückte Geschichte, in der berührende, romantische Momente sich mit ekstatischen Szenen abwechseln. CieLaroque/Helene Weinzierl ist mit dieser Performance über einen Ignoranten, seine Frau und drei Fische im Aquarium eine bissige Beziehungsstory gelungen, die das Publikum bestens unterhielt und begeisterte.
EPichler -Dorfzeitung.com

variations on a basic theme

"Österreich tanzt" im Festspielhaus St. Pölten

Und in Helene Weinzierls "variations on a basic theme" führen zwei Tänzer auf körpersprachliche und pantomimische Weise in Varianten kommunikativen Scheiterns virtuos vor, wie Machtstrukturen unterlaufen und ad absurdum geführt werden können.

(Schluss) bar/buc/ley APA0071 2008-06-22

 

habibi Problem

Nichts hat die engagierte Produktion "Habibi Problem" (2008) an Aktualität eingebüßt. Die Salzburger Choreografin Helene Weinzierl erzählt darin die wahre Geschichte zweier blutjunger iranischer Homosexueller. Schwule Liebe ist im Iran verboten, der Liebesakt wird mit Exekution bestraft.

Und da steht er nun, Mehdi (überzeugend: Juraj Korec), den man erwischt hat, kaum im Leben und schon geknickt. Auf engem Raum zwischen Tisch, Stuhl und Bett vollzieht sich der triste Alltag des Inhaftierten. Abstrakte Körperbewegungen vermitteln subtil seine Emotionen, Erinnerungen und täglichen Erniedrigungen. Es bestürzt, wenn er die Kontrolle über seine zitternden Finger verliert, zum Disco-Sound sein Becken freudig schwingt oder vom imaginären Personal brutal verprügelt wird.

Die unterschiedlichen Schicksale der Liebenden schaltet Weinzierl behutsam und sehr kreativ parallel. Während Mehdi auf den Tod durch Erhängen wartet, zeigt ein Film von Markus Huber und Petra Hinterberger die aufreibende Flucht seines Freundes nach Europa. Wer glaubt, der Freund hätte damit das große Los gezogen, irrt. Wiewohl in Freiheit, scheint der Globus zu einem einzigen Gefängnis mutiert. Die fantasievolle, comicstripartige Aufbereitung des Films erzeugt ein Flair von Science-Fiction, welches die raue Realität noch grausamer bloßstellt. "Habibi Problem" ist ein packender Abend, der Brisantes mit einem Hauch von pädagogischem Zeigefinger gekonnt in Kunst transformiert. 
Villach, spectrum festival, Kleine Zeitung 19.5.2011

 

Äußerst erfolgreich verlief das diesjährige Engagement der Salzburger Choreografin Helene Weinzierl mit ihrer cieLaroque beim diesjährigen ARENA Festival der jungen Künste in Erlangen. Zum Finale verkündete die fünfköpfige Fachjury den Gewinner des Arena-Jurypreises, der in diesem Jahr an die Salzburger Performerin und ihre Company für die Performance «habibi problem» ging. In dem Stück erzählt sie vom Schicksal zweier homosexueller Jugendlicher aus dem Iran. Für die Jury war es «die gelungenste, rundeste und bewegendste Produktion des Festivals».
Erlangen 2009

Liebe auf der Flucht
Performance. Premiere für CieLaroque beim Salzburger Festival "tanz-house".
"habibi Problem":
Das ist der Titel der ersten Uraufführung des heurigen Salzburger Festivals "tanz-house". In der ARGEkultur kombinierte die Salzburger Choreografin und Festivalkuratorin Helene Weinzierl am Donnerstag mit ihrer Gruppe "cieLaroque" zwei Erzählebenen: Aktion auf der Bühne und einen wie ein Comicstrip dreiteilig projizierten Film. Er erzählt die Geschichte des Iraners Mehdi (Erich Rudolf), der vor Verhaftung und Ausweisung nur dank übermenschlicher Fähigkeiten entwischen kann, bis das Happy End mit einem Stempel auf der Aufenthaltserlaubnis besiegelt wird.

Was Mehdi wohl passiert wäre, hätte man ihn zurückgeschickt, zeigt Juraj Korec als Mehdis Liebhaber, der in einem iranischen Gefängnis auf die Todesstrafe wartet, weil er homosexuell ist.

Subtil beleuchtet Helene Weinzierl einerseits die Folter einer Isolationshaft, andererseits die Furcht eines Liebenden um den anderen. Die Gedanken an Mehdi lassen den Gefangenen nicht los, immer weniger kontrollierbar wird die Bewegung des Körpers. Der zärtlichste Moment wächst aus einer Interaktion zwischen Bild und Bühne: Im Film steht Mehdi atemlos im Treppenhaus eines Gebäudes. Um ihn schneller zu Atem kommen zu lassen, hält Korec den seinen an: ein Monument der Liebe, das im Gedächtnis bleibt.

Im zweiten Teil des Abends zeigten ein Stockwerk tiefer brutal und zugleich eigentümlich harmlos Georg Hobmeier und Henry Vega (Spy Collective) in der Performance "Waveform", wie Stromschläge den Menschen zum Clown machen, die Wahrnehmung von ihm als intelligentes Wesen weitgehend einschränken. Hobmeier hat sich dazu in Gesicht und an Armen verkabeln lassen, Vega schickt Stromschläge. Assoziationen an Abu Ghraib drängen sich auf. Die verstörend-interessante Idee trägt jedoch nicht längenlos über die 30 Minuten.  © Michael Brommer, Salzburger Nachrichten


Facetten der Isolationshaft
In ihrer jüngsten Choreographie "Habibi Problem" thematisiert Helene Weinzierl den wahren Fall zweier von der Todesstrafe bedrohter junger homosexueller Männer aus dem Iran.

Das Tanzsolo, auf deutsch "Freundesproblem", erzählt die Geschichte des Jugendlichen Mehdi, dem es wie durch ein Wunder gelingt, vor Verhaftung und Ausweisung zu entfliehen, und dessen Asylantrag im europäischen Ausland nach Jahren der Unsicherheit bewilligt wird. Ein wesentlich härteres Schicksal ereilt dessen Liebhaber, der wegen seiner Homosexualität in einem iranischen Gefängnis auf die Todesstrafe wartet.
 
Wie schon in ihrer im September 2007 im Ballsaal präsentierten Choreographie „Life is not a picnic“  kombiniert Helene Weinzierl Tanz und Performance mit einer Videoinstallation und erweitert diese jetzt um eine weitere Komponente, den als Film projizierten Comicstrip. Die beiden Darsteller agieren so in einer Interaktion von Video und Bühne: Während die Flucht des einen auf der Leinwand audiovisuell dargestellt wird, indem einzelne Etappen der Flucht nachgezeichnet werden, wird auf der Bühne szenisch die Situation des anderen, die der Isolationshaft, nachgespielt.

Die Verzweiflung des Isolierten wird spürbar. Im Warten, nervösen Zucken, Herumrennen, Kauen, Schlucken, mit der Hand auf den Tisch Trommeln, auf dem Boden Herumkriechen, Lesen – dem bisweilen fast schizophrenen Zeitvertreib, wie beim manischen Zerreißen einer Illustrierten, kommt die ganze Einsamkeit und Verzweiflung des Häftlings zum Ausdruck.
Zum Ausklang des 2. Bonner Solo-Tanzfestivals präsentierte das Theater im Ballsaal mit "Habibi Problem", einem Gastspiel der renommierten österreichischen Choreographin, damit ein gesellschaftskritisches und sehr politisches Stück.
Das Bühnenbild suggeriert Leere: ein Stuhl - ein Tisch - eine Liege. Eine nackte kahle Zelle. Dahinter befindet sich eine Videoleinwand, die drei Rahmen für die Bildsequenzen bietet.

Die schwarz-weißen Comic-Elemente der Leinwand geben der Inszenierung etwas Phantastisches, so etwa als der Freund Mehdis wie Spiderman an einer Betonwand hochklettert. Die Situation in der Zelle ist ungleich deprimierender. Der Gefangene vertreibt sich die Zeit mit Cha-Cha-Cha-Tanzschritten oder Sit-Ups. Das Summen einer Fliege und die Suche nach ihr werden zur Qual. Beklemmt verfolgt man, wie sich der Häftling in seiner Zelle in Trance tanzt, sieht man auf der Videoleinwand die atemlose Flucht des Geliebten durch verlassene Wohnviertel und Treppenhäuser.

Immer wieder kommt es zu abrupten Wechseln von Belichtung, Videoimpressionen und Musik. Über eine Nachrichtensendung, einen Fernseher in der Mitte der Leinwand, erfährt man vom Schicksal des Asyl-Suchenden und der ihm drohenden Todesstrafe im Heimatland. Die Bilder ähneln der Szenerie in der Zelle auf bestechende Weise: ein Stuhl – ein Fernseher mit Nachrichtensprecherin – ein Sofa.

Die Folter der Isolationshaft hat viele Facetten. So werden dem Häftling „Klang“-Schläge versetzt. Auch Geräusche können quälend sein. Und es hagelt Schläge durch dissonante Klänge, ein fieses Fiepen, das einem durch Mark und Bein geht.

Durch sich überlagernde Nachrichten, zusammengeschnittene Meldungen, erfährt der Zuschauer: Wer vom Islam zu einer anderen Religion konvertiert, dem droht in Afghanistan der Tod durch den Strang. Ferner wird man konfrontiert mit Details über Exekutionen, die hohe Zahl der Befürworter der Todesstrafe in den USA sowie das langwierige amtliche Prozedere der Bewilligung eines Asylantrages.

Die Qualen des Gefangenen in der Isolationshaft sind unerschöpflich. Ist die Monotonie als solche schon quälend, so machen zahlreiche Komponenten das Dasein in der Zelle unerträglich. Immer wieder hört man das Ziehen der Klospülung. Zum Ende des Stücks hin hält sich der Häftling schützend die Hand vors Gesicht, um sich vor dem Flutlicht zu schützen. – Die „weiße Folter“ als Merkmal der Isolationshaft?
Was am Ende bleibt, ist die Häftlingsnummer, nicht mehr als eine Ziffer, und die Erinnerung an den Liebhaber.

 Wenngleich bei „Habibi Problem“ der Schwerpunkt weniger auf dem Tänzerischen liegt, als vielmehr im Audiovisuellen, ist Weinzierl ein ästhetisch ansprechendes und emotional ergreifendes Stück gelungen. Die 50-minütige Inszenierung hat genau die richtige Länge, um die Thematik pointiert zu vermitteln und den Zuschauer in eben jene Beklemmung zu versetzen, die nötig ist, um die Geschichte nachzuempfinden.
Bonn - Anina Valle Thiele

Habibi Problem – Lowry Theatre, Salford
Director & Choreographer: Helene Weinzierl
Reviewer: Iain Sykes

Habibi Problem, from Austrian dance company cieLaroque, tells the tale of two homosexual adolescents on the run to Europe from their Iranian home and the struggles which they face, one who makes it to Europe and one detained back in Iran.
The piece, despite being about the struggles of two people, is effectively a one man movement show. Johannes Stockinger’s stage set comprises a simple jail cell of table, chair and bed in the forefront and a three part, split screen over the back of the stage with Markus Huber and Petra Hinterberger’s effective video and animations telling the tale of the other character’s bid for freedom. This device for telling the two stories at once works superbly well throughout the fifty minutes of the piece.
In the foreground, the attention is held by dancer Juraj Korec and Helene Weinzierl’s choreography. Taking the audience on a daily trail through the increasingly persecuted life of the teenager, the sharply observed movement and choreography draw the viewer in to the daily routine of watching the traffic go by through the bars of the cell, the excitement of a passing train, the boredom of reading, eating and sleeping in the prison. It’s the sadly dramatic ending after the routine of jail life that brings the biggest and most effective shock of the piece.
Habibi Problem provides an effective and brutal shock to the system about the repression of and the attitudes towards homosexuality in certain parts of the world. The individual in jail is the representation of the victims of the repression, the interpretation of the experience through this modern dance piece proved both moving and shocking.
Reviewed on 15th November 2012

 


Helene Weinzierl erhielt im Dezember 2010 den Förderpreisträger für Kunst und Kultur der Stadt Salzburg.

Sie gilt als eine der versiertesten Choreographinnen des Landes. Die 47-Jährige hat als Tänzerin unter anderm mit der Gruppe Rosas gearbeitet und als Organisatorin mit ihrer Initiative "Tanzimpulse" dem modernen Ausdruckstanz in Salzburg auf die Sprünge geholfen. Im Jahr 1995 gründete sie die "cieLaroque/helene weinzierl"-Kompanie mit der sie zahlreiche internationale Auszeichnungen und Preise erhielt.

© Der Standard

 

Live is not a picnic

Absolute Perfektion in Mimik und Gestik, kombiniert mit einer Prise Keckheit und Humor, waren das Erfolgsrezept, mit dem das österreichische Ensemble begeisterte. […] Mit „Life is not a picnic“ lieferten Helena Arenbergerova, Erich Rudolf, Juraj Korec und Nikoleta Rafaelisová eine Tanzdarbietung mit höchstem Anspruch.
Diana Armatage, Ruhrnachrichten, 02.10.2008 (Life is Not a Picnic)


Keinerlei Hilfsmittel stören den Tanzboden, lediglich eine Leinwand mit der schwarz-weißen Video-Installation einer endlos fahrenden Rolltreppe "ziert" das Bühnenbild. Das genügt auch vollauf für dieses spannende, eindringlich getanzte Theater. […] Bitte mehr davon.
Ilka Heiner, Westfälische Rundschau Schwerte, 04.10.2008


Eine schlaue Zeitkritik. Tanz kann eben mehr als bloß ästhetisch sein.
Österreich, 18.04.2008 (Life is Not a Picnic)
Ironisch, humorvoll, einfallsreich, und intelligent ist diese Produktion, nicht zu vergessen die hervorragenden Kompositionen und Klangideen des Musikers Oliver Stotz, die die Performance im richtigen Moment noch verdichten.
Susanne Zellinger, Oberösterreichische Nachrichten, 18.04.2008

 

Mit kuriosen Bewegungsabläufen verdeutlichten die Tänzer von „cieLaroque“ die humoristische Kritik an unserer Gesellschaft, ausgeübt von der preisgekrönten Salzburger Choreographin Helene Weinzierl. […] Unkonventionell und dabei stets mit einer Spur Naivität, imitierten die Künstler, wie sich der Mensch in der heutigen Gesellschaft eingerichtet hat.
Sonja Golgowski, Westphalenpost, 19.05.2008

 

Präziser Tanz auf dem Fließband der Konsumgesellschaft.
Silke Rathert, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 16.05.2008

 

„Life is not a picnic schaffte es erfolgreich, das fieberhafte Tempo unseres Lebens zu reflektieren"
Stephanie Burridge, The Flying Inkpot, Singapur

„[…] Die österreichische Choreografin Helene Weinzierl brachte das Publikum zum Prusten vor Lachen mit ihrem gewitzten Tanzstück, das inspiriert wurde durch die Spezies der Einkaufssüchtigen, denen sie in ihrer Heimatstadt Salzburg begegnet ist. Die 52-minütige Aufführung war ein sehr humorvoller Seitenhieb auf den Konsum und eine enthüllende Momentaufnahme, wie unser modernes Leben sich rund um Kommerz und Shopping organisiert.“
June Cheong, ST Life!, Singapur, 31.01.08

 

Das Leben ist kein Zuckerschlecken. Wahrlich nicht. Ja, ist es nicht trist, geradezu beklemmend, wie wir instinktiv dem Alltagstrott verfallen? Wie wir aufstehen, zur Arbeit gehen, uns setzen, bisweilen wartend verharren, weiter gehen, uns einreihen in die Schlange der Wartenden an der Kasse im Supermarkt, im Straßenverkehr, auf der Rolltreppe, dann wieder schlafen gehen, aufstehen, zur Arbeit gehen. Ist alles stets gleich? Sind wir heute da, wo wir gestern waren? Im ewig gleichen Trott?
Die etwa 60-minütige Inszenierung stellt den Zuschauer vor diese Fragen, suggeriert Hektik, schafft Beklemmung. Die vier Tänzer, zwei Frauen und zwei Männer, bieten ein nuancenreiches, harmonisches Zusammenspiel. Wie aufgezogene Puppen verrichten sie in mechanisch abgehackten Bewegungen ihre täglichen Aufgaben. Sie gleiten durch den Raum, simulieren virtuos Alltagssituationen, wie etwa das Anstehen an der Ladenkasse.
Helene Weinzierls Komposition Live is not a picnic schafft es, das Publikum in einen Zustand des Erschauderns zu versetzen. Was wir sehen, fasziniert durch die Ästhetik der Darbietenden wie durch die Ästhetik der schwarz-weißen Video-Installation, erinnert uns an uns selbst und stößt uns ab.
Kultur-in-Bonn.de 12.09.2007

 

Bonn, ein gelungener Abend. Keine Hilfsmittel, nur eine Leinwand mit dem Film einer endlos fahrenden Rolltreppe ziert das Bühnenbild für das Tanztheaterstück "Life is Not a Picnic".
Die Tänzer Erich Rudolf, Juraj Korec, Helena Arenbergerova und Nikoleta Rafaelisova machen ihre Arbeit. Ihr Tanz ist eindringlich, spannend und an mancher Stelle sogar ausgelassen komisch.
Wiederholt müssen sie zwanghaft in einen engen Lichtstreifen zurückkehren und einen übertrieben heiteren Konsumtanz vollführen. Ihr Ziel scheint es am Ende zu sein, diesen Zwang zu durchbrechen und selbst zu bestimmen, wann die Musik wie ertönt.
General-Anzeiger, Bonn, 14.09.2007

 

duo para ella >>> comida para dos

Innovativ, ausdrucksstark tänzerisch umgesetzt und mit eindringlichen, leicht zugänglichen Bildern betrachtet Arenbergerova Fremdbestimmung und Selbstfindung aus unterschiedlichen Perspektiven. Die multimediale Bühnenkonzeption und eine klare Symbolik erleichtern den Zugang zu einem tänzerisch anspruchsvollen Solostück, in dem sich das breite Ausdrucksrepertoire der Tänzerin voll entfalten kann. Verdient euphorischer Beifall im voll besetzten Theaterlabor.
Heike Krüger, 04.07.2008

 

"Duo para ella - Comida para dos" ist eine heiter ironische Studie über vertraute Alltagssituationen.
Eine junge Frau bereitet einen Abend für zwei vor; auf der großen Videoleinwand steht sie in der Küche und kocht Pasta, der virtuelle Tisch deckt sich auf einem Bildschirm scheinbar von selbst, der reale Tisch bleibt
leer. Helena Arenbergerova tanzt anrührend die gespannte Erwartung, die kleinen Koketterien und Posen einer potenziellen Verführung, die zunehmende Frustration des Wartens und die Wut über den ausbleibenden Gast.
(Bonn, General-Anzeiger, 12.07.2005)

 


[no'konsept]

Die Salzburger Tanzszene zeigte in der ARGE, wo sie derzeit gerade steht
KARL HARBSALZBURG (SN).
An Helene Weinzierl und ihrer Compagnie Laroque erfreut immer wieder der
leicht (selbst-)ironisch gebrochene Witz. Ihre auf eine Stunde kondensierte "Werkschau" aus zehn Jahren heißt (hinter-)sinnig "[no'konsept]" und spielt locker und pfiffig, munter und augenzwinkernd mit Versatzstücken der eigenen Vergangenheit. Das schon im Sommer flott-brillant absolvierte "Fernsehspiel" des "TROPEA couch potatoes' paradise" rückt im kleineren ARGE-Rahmen richtig wohnzimmerhaft nahe. Apropos: So richtig gut auf die Bühne sehen kann man hier nicht, wenn man nicht zufällig einen Platz in den hinteren, ansteigenden Reihen ergattert...
Salzburger Nachrichten (Kunst und Wissenschaft), 15.11.2005


In den Stromschnellen der Banalität
Dr. Zimmermanns R-Lösung mit der Company "cieLaroque" im Theater im Ballsaal in Bonn (Von Elisabeth Einecke-Klövekorn Bonn).


Mit dem der Fußball-WM waren bei Cocoon-Dance im Theater im Ballsaal die zu Gast, die eher im Abseits stehen. Für das Stück "Dr. Zimmermanns R-Lösung" hat sich die Salzburger Choreographin und künstlerische Leiterin der Company "cieLaroque", Helene Weinzierl, zusammengetan mit dem Behinderten-Theater "Blaue Hunde".
Es geht in dem von dem autistischen Autor Alexander Dick erfundenen Stück, das der Regisseur Wolf Junger geschickt in dramaturgisch klare Bahnen gelenkt hat, nicht um die Ausstellung des Andersartigen, sondern um die eigenwilligen ästhetischen Ausdrucksmöglichkeiten und die besondere Sensibilität von Menschen, die nicht den gesellschaftlich gesetzten Normen entsprechen. Also letztlich der Kunst, die immer auch Normen in Frage stellt, sehr nahe sind.
Alexander Dick erzählt von den Lösungsversuchen einer in sich versponnenen Existenz, die mit einem Schamanenkongress in San Francisco beginnen und bei einem Jesus-Prediger enden.
Sein bei jeder Vorstellung variierter Sprachfluss mäandert durch die Stromschnellen der Banalität, schlägt manchmal poetische Volten und bleibt ab und zu an spontanen Metaphern hängen. Dick spricht das - verstärkt durchs Mikroport - mal in sich versunken und mal extrovertiert und changiert dabei zwischen Theaterfigur und unmittelbarer Selbstdarstellung.
In spannungsvollen Kontrast zu seinen eckigen Bewegungen stehen die weichen, spielerisch leichten von Stefan Wartbichler. Der kleine, rundliche Tänzer lässt hinter seinem Down-Syndrom eine naive Listigkeit aufscheinen.
Wie der Star einer Peking-Oper trippelt er im chinesischen Kostüm mit Stock und Sonnenschirm über die Bühne, verwandelt sich in einen japanischen Samurai, ist manchmal der freche Gnom und spielt für den Wunderheiler auch das plötzlich durch ,göttliche' Gnade geheilte Opfer.
Vieles spielt den beiden Behinderten der elegante Tänzer-Schauspieler Erich Rudolf vorsichtig zu, der mit ihnen über eine in den Raum gehängte Jalousie oder eine fast zärtliche direkte Wahrnehmung kommuniziert.
Wie die drei sich dabei lustig machen über die scheinbare Normalität der Welt, ist ernsthaft komisch und setzt glücklicherweise niemals auf den allfälligen Mitleidseffekt. Sondern auf die Glücksmomente der klassischen Katharsis, wo Leid und Lust sich auf der Bühne gegenseitig aufheben.
Mit einer Uraufführung beendet der Ballsaal die laufende Tanz-Saison. Am 14./15./17. Juni zeigt der Belgier Fabrice Jucquois (Mitglied des Choreographischen Theaters Bonn) dort seine Inszenierung "Geboren an einem 30. Februar" nach Werken von Samuel Beckett.
Die Uraufführung von "d#funktion (Body Captures)", der aktuellen Koproduktion von Cocoon-Dance und cieLaroque, die seit einem Jahr zusammenarbeiten, findet am 11. August in Bayreuth statt und wandert nach Stationen in Österreich im September in den Ballsaal.
(General-Anzeiger, Bonn, 14. Juni 2006)



Die Salzburger Tanzszene zeigte in der ARGE, wo sie derzeit gerade steht

An Helene Weinzierl und ihrer Compagnie Laroque erfreut immer wieder der leicht (selbst-)ironisch gebrochene Witz. Ihre auf eine Stunde kondensierte "Werkschau" aus zehn Jahren heißt (hinter-)sinnig "[no'konsept]" und spielt locker und pfiffig, munter und augenzwinkernd mit Versatzstücken der eigenen Vergangenheit. Das schon im Sommer flott-brillant absolvierte "Fernsehspiel" des "TROPEA couch potatoes' paradise" rückt im kleineren ARGE-Rahmen richtig wohnzimmerhaft nahe.
(Salzburger Nachrichten "Kunst und Wissenschaft", 15.11.2005, KARL HARB)

NEW ! Presse über TROPEA von Scotland -

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Tanz im Taumel der Illusionen

Die Choreographin Helene Weinzierl, künstlerische Leiterin von "cieLaroque / helene weinzierl" und der Internationalen Tanztage "tanzimpulse Salzburg", hat mit ihren vielfach preisgekrönten Grenzgängen zwischen Schauspiel, Tanz und Video weltweit gastiert; ihre Truppe gehört inzwischen zu den angesehensten der freien Tanzszene in Österreich.



And the Damage Done, eine Soloperformance des exzellenten Tänzers Robert Tirpak, kombiniert das Erzählerische mit dem Abstrakten. Auf zwei
gegeneinander versetzten Jalousien erscheint als Videoprojektion der Eine, schön und elegant, selbst wenn er sich in einer Pfütze wälzt. Der Andere auf
der Bühne sucht ihn und seine unzerstörbare Reinheit mit aggressivem Begehren, kriecht in die flüchtigen Bilder seines Gegenübers hinein, scheitert an deren virtueller Existenz, kämpft um seine Selbstbehauptung im Taumel der Illusionen.
(Bonn, General-Anzeiger, 12.07.2005)

 

Tropea

Nach diesen drei dramaturgisch raffiniert zusammengestellten tänzerischen Virtuosenstückchen hat Helene Weinzierl mit "Tropea" noch ein abendfüllendes Werk präsentiert, mit dem man sich leicht und luftig in die Ferien beamen konnte. Auf der Videoleinwand zwei Couch-Potatoes (Lisbeth Ebner-Haid, Vitus Zeplichal), die sich mit der Fernbedienung die irdische Welt heranzappen:
Die Bühne ist der virtuelle Raum, in dem kleine private Scharmützel, Strandvergnügen, die kommende Fußball-Weltmeisterschaft und die große Politik sich zu einem bunten Show-Grusical vermischen.
Das Ganze wird mit Witz und Tempo präsentiert von Iris Heitzinger, Honza Malik, Petr Opavskì und Erich Rudolf. Mal taucht ein verirrter nackter Engel auf, der sich aber schnell wieder aus dem Staub macht. Die
Zuschauersituation ist witzig umgekehrt: Man beobachtet die Beobachter und übernimmt ihren Blick - bis alles im gewalttätigen Chaos endet.
(Bonn, General-Anzeiger, 12.07.2005)



TROPEA - Und das Bild ist Fleisch geworden

Herzerfrischendes im Choreographic Center Linz (CCL) am Dienstagabend: Die Compagnie Laroque der Salzburger Choreographin Helene Weinzierl zu Gast in diesem Linzer Tanzhaus.

"Tropea couch potatoes" ist ein humorvolles, ironisches und schwungvoll aufgebautes Stück Tanztheater, in dem die drei Tänzer und eine Tänzerin in einem sparsamen Bühnenbild gleichsam das Fernsehprogramm tanzen. Auf der Leinwand ist eine Scheußlichkeit von Wohnzimmer zu sehen, wo ein Ehepaar auf der Couch sitzt, in den TV-Schirm starrt, der diesfalls eben die Bühne ist. Die beiden zappen durch die Kanäle - und auf der Bühne wird das jeweilige Programm synchron zum Ton dargestellt: von genialen Fußball-Einlagen über Werbung und Softporno, vom Liebesfilm mit Untertiteln bis zum "Weißen Hai", von der Talkshow über Homo-Ehen bis zum O-Ton von Herrn Bush - und dazu eine beklemmende Bewegungstudie eines Folteropfers. Alles mit viel Energie und in rasantem Tempo von Helena Arenbergerova, Honza Malik, Peter Opavsky und Erich Rudolf umgesetzt. Ein auch von der Idee her choreographisches Meisterstück.
((sin)  OÖ Nachrichten vom 02.12.2004)

TROPEA - Fußball, Talkshow, Soap Opera, Nachrichten, Action- oder Liebesfilm: Der Kampf um die Fernbedienung ist der Kampf ums Überleben.

"Tropea" nennt sich die neueste Produktion der Choreografin Helene Weinzierl und ihrer cieLaroque / helene weinzierl, die sich mit dem virtuellen Paradies der TV-Konsumenten auf Zapp-Tour auseinander setzt. Video, Schauspiel, Musik, Sprechgesang und Tanz fließen in raschen Sequenzen ineinander - wie ein Comic, wenn zu schnell umgeblättert wird. Am Mittwoch eröffnete "Tropea" das "tanz[*]house-Festival 04" in Salzburg (bis 13. 11. im "republic" und der "ARGEkultur Salzburg"). "fringe benefits", so das Motto, setzt sich bewusst mit dem Ineinanderfließen der verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen auseinander. c. l.
( Die Presse 2004-11-5)


TROPEA - INS GEMÜT GETANZT

Der "tanz_house Herbst 04" begann mit der Laroque-Dance company im republic Mittwoch, 3.11. - Spannendes von Helene Weinzierl

04.11.04 Sie tanzten sich in mein Herz, in mein Gemüt, die vier Tänzer von der Laroque-Dance company: gestern, Mittwoch, 3.11., im fast ausgebuchten republic, fand die erste Vorstellung zum Festival "tanz_house Herbst 04" statt.
"Drei Monate harte Vorbereitungszeit", erzählte mir vor dem Beginn Elfi Eberhard, für Produktionsleitung, Werbung und Kommunikation zuständig, hätten sie mit "allen Sinnen erfüllt und voll und ganz beschäftigt". Jetzt, wo alles fertig ist, präsentiert wird, fehle ihr etwas - so ähnlich, als ob ein Kind weggegeben würde (...)

Auf der Bühne waren dann ein blaues Plastiksofa, eine grüne Garten- oder Reservebank (je nachdem) und ein Garderobenständer mit verschiedenen Utensilien aufgestellt. Auf der Videoleinwand lief während der gesamten Vorstellung eine Szene mit einem älteren Ehepaar, das vom Sofa aus, in die Kamera, genauer in den Fernseher schaute. Sie stritten sich um die Auswahl der Sendungen, wurden auch handgreiflich - es entbrannte der Kampf um die Fernbedienung. Auf der Bühne tanzten drei Männer und eine Frau sozusagen das Programm in Synchronisation. Fußball, Werbung, Nachrichten, Talkshows, Liebesfilme, Horror und Krimis wurden augenzwinkernd und in atemberaubendem Tempo gezeigt. Das TV-Kanalsurfen besorgte das kämpfende Paar von der Leinwand herab.

Helene Weinzierl will mit ihren Choreografien die Welt zum Besseren verändern, ist einem Infotext zu entnehmen. Ihre Botschaft ist nicht zynisch, höchstens ironisch präsentiert: Die Finanzwelt, das Kapital, sind Bindeglied und Auslöser in Richtung Bewegung. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Rennen ums liebe Geld. Toneinspielungen vom alten und neuen Gottseibeiuns' Amerikas ("We are winning") und gescheite Expertenmeinungen rund um die Homo-Ehen würzten das Spiel mit provokanter Aktualität.

Das Stück heißt übrigens TROPEA / couch potatoes' paradies. Für Konzept und Choreografie zeichnet Helene Weinzierl, künstlerische Leiterin der LaroqueDanceCompany und von tanzimpulse Salzburg. Videosequenzen, welche auf wohltuende Art und Weise nicht das Bühnenspiel ruinieren, sondern Hintergrund bleiben, in Kombination mit Tanz und Schauspiel ergeben einen spannenden dramaturgischen Bogen, der nur vom "Enterprise" Vor- und Nachspann gestört wird. Kompliment auch jedem einzelnen Tänzer, sowie der Licht- und Tonregie.

TROPEA - cieLaroque / helene weinzierl ist noch heute, donnerstag, 4. 11., um 20.30 Uhr im republic zu sehen. Die Aufführung dauert fünfzig Minuten. "Just sit down and relax" - das gelingt dabei auf alle Fälle.
Georg Reittner (Drehpunkt Kultur)


TROPEA - AUF COUCH UND SOFAS

Ein Paar sitzt auf der Couch und sieht fern. Das sieht der Zuschauer der neuen Produktion der „Laroque Company“ von Helene Weinzierl auf dem Videoscreen. Davor sieht er (fabelhafte) TänzerInnen, die so tun, als wären sie das Fernsehprogramm. Was einige Virtuosität erfordert, da die (virtuellen) „Fernseher“ auf der Couch beständig durch die Programme zappen. Da heißt es, schnell zu sein und ständig auf dem Sprung: vom Fußballfeld direkt zur Talkshow und weiter in die Soap Opera. Ein einziger Tänzer kann sogar (von hinten) Ronaldo in Rot und gleichzeitig (von vorne) sein Gegner in Blau sein. Sehr witzig ist auch, wie die leibhaftigen Bewegungskünstler auf der Bühne einen Film synchronisieren, der auf dem Videoscreen nur als Text zu sehen ist. Helene Weinzierl gebührt ein „Oscar“ für ihre Neuerfindung: nach der Unter- und der Übertitelung gibt es hier die Hintertitelung. Glänzend ist, wie Schein- und Sein- Welt perfekt synchronisiert erscheinen. Gelegentlich schläft das Paar auf dem Video richtig ein. Dann läuft natürlich gerade ein Kulturprogramm. Und am Ende gibt es eine anarchische Zimmerschlacht.
(Salzburg, SN vom 6.11.2004, Karl Harb)

…. and the damage done


Die Eröffnungsvorstellung und darüber hinaus auch der stärkste Teil des Abends war “…. and the damage done.“, perfekt Choreografiert von Helene Weinzierl. Mit größter Perfektion getanzt von Robert Tirpak, mit animalischer Aggression und gleichzeitig unschuldig wie ein Kind,
( .... and the damage done, Edinburgh evening News 8/2003)



…. and the damage done

Helene Weinzierl brachte mit „... and the damage done“ eine raffiniert konzipierte und von Robert Tirpàk bestechend getanzte Video-Soloperformance. Sie zeigte die existenziellen Verstrickungen des Menschen. Im Kleinen wie im Großen, eine Abfolge des Mühens, Scheiterns und Aufraffens.
(... and the damage done, Kleine Zeitung Graz, 11/2001)

 

systems<damaging>systems

Manchmal werden Erwartungen bitter enttäuscht. Manchmal aber auch übertroffen. Helene Weinzierls Produktion „systems<damaging>systems“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Dem Auge und dem Ohr wird eine Fülle von Reizen geboten, gut kombiniert, eindrucksvoll arrangiert.
(systems, Salzburger Nachrichten, 11/2002 U.Schupfer)

„Faktor 3X“, beim New Work Fringefestival aufgeführt und von den Kritikern positiv aufgenommen zeigt intelligenten und sensiblen Tanz als Resultat harter und kreativer Arbeit der Tänzer und aufmerksamer Anleitung einer Choreografin, die sich offensichtlich nicht mehr mit perfekten Schritten zufrieden gibt, sondern weiter geht und in die kritische Rolle schlüpft, die manche KünstlerInnen heute im Vorantreiben einer besseren Gesellschaft spielen.
(Faktor 3x, Patrizia Tombesi, TanzAffiche 10/2000)

Sinnlich, glaubwürdig, weitab vom Sterilen ist der Tanz dieses Ensembles, dessen Facettenreichtum und Interpretationspotential. Die hervorragende Aussprache, das exzellente Verschmelzen tänzerischer und schauspielerischer Leistung, ein gleichermaßen Sich-Selbstverausgaben wie – im Sinne des Wortes- Zugehen; Zulaufen auf das Publikum: Faszinierend ist der kraftvolle Tanz; Glück, Schmerz, Komik bewältigend. Ästhetisch, weich kommt der Bewegungsablauf der Tanzenden, auf dem Boden, über dem Boden. Da ist eine von professioneller Tanzerfahrung unbeeinträchtigte Fähigkeit ursprünglicher Interpretation des Libidinösen. Volle Anerkennung dann auch der Applaus im Stadttheater.
(Liquid Underwear Passauer Neue Presse, 29.11.1999)

Egon Schiele. Was für ein Stoff für ein Tanztheater. Tabubruch, Nacktheit, Wildheit - da gibt es für voyeuristisch angehauchte Zeitgenossen einiges zu erwarten. Doch, o weh ! Obszönität ? Fehlanzeige! Plakativ, grelle Bilder? Nichts. Doch sollte man dies nicht als Mangel begreifen. Helene Weinzierls Choreografie nähert sich Schiele eher schleichend, behutsam. Sie reißt keine Masken von Gesichtern, sondern entkleidet die Psyche fast schüchtern, vorsichtig. Die Selbstverliebtheit des Genies, die Reaktionen seiner Umgebung, der Mutter, der Schwestern. Immer wieder blitzen Zitate aus Schieles Bildern auf, jedoch nicht als dreidimensional gewordene Plagiate, vielmehr als ein eigenständiges und eigenwilliges (Selbst-)Bildnis des Malers, klar und kraftvoll ist das Bewegungsrepertoire der LaroqueDanceCompany. In der Reduziertheit liegt die eine große Stärke dieser Uraufführung, die andere in ihrer Ironie. Das Publikum war begeistert.
(Ich Ewiges Kind, Schwäbische Zeitung 7/1998).